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Modernes PACS – vor allem einfach zu bedienen

Der sich verändernde Gesundheitsmarkt und die Digitalisierung führen zu immer neuen Anforderungen an Versorger und die Medizintechnik. Beides hat enormen Einfluss auf die Radiologie und stellt auch das Bildmanagement vor neue Herausforderungen. „Künftige PACS-Systeme müssen vor allem eins sein: einfach zu bedienen, effizient und ortsunabhängig, um den funktionellen Anforderungen der Anwender zu genügen“, weiß Markus Steinlein, Geschäftsführer der medigration GmbH, einem Unternehmen der Bender-Gruppe.

Der digitale Strukturwandel stellt
die Radiologie vor große Herausforderungen. So herrscht ein Mangel an Nachwuchs in der diagnostischen Bildgebung, dessen Folge ein erhöhter Arbeitsanteil für die übrigen Radiologen ist. Zudem steigt der Anteil an Frauen in der Radiologie, die in bestimmten Lebensphasen höhere Ansprüche haben, zeitlich und örtlich flexibel zu arbeiten. Das alles hat erhebliche Auswirkungen auf das Fachgebiet und folglich auch auf das Design der Medizintechnik und IT: Daran müssen auch die PACS-Systeme anpasst werden: „Während man in der Pionier-Phase froh war, wenn die Systeme gut funktionierten, hat die nachwachsende Generation an Radiologen ein völlig anderes Selbstverständnis  und andere Anforderungen: PACS-Systeme müssen einfach zu bedienen und in der Routine und im Workflow effizienter sein“, sagt Steinlein.  

Wettbewerbsdruck

Bei den Weiterentwicklung der PACS-Systeme gilt es auch, die unterschiedlichen Ansprüche von niedergelassenen Radiologen und Klinikern zu berücksichtigen. „Der Radiologe in der Praxis hat einen anderen Kostendruck und demensprechend unterschiedliche Anforderungen, sein Praxisunternehmen kosteneffizient aufzustellen. Fortgeschrittene Funktionen wie z.B. die 3D-Bildbearbeitung sind in der radiologischen Routine angekommen, jedoch besteht bei Niedergelassenen meist kein hoher Bedarf an teuren, interdisziplinären Spezialauswertungen. Hier geht es um schnelle und einfache Bedienbarkeit und um eine kosteneffiziente Lösung.

Der Wettbewerbsdruck sorgt auch dafür, dass Service- und Dienstleistungsgedanken bei niedergelassenen Radiologen stärker ausgeprägt sind. Der Patient soll sich so gut versorgt fühlen, dass er - wenn nötig – auch wieder zurückkehrt. „Entsprechend einfach und schnell muss das Handling eines PACS-Systems sein. Der Patient soll die Praxis nach der Untersuchung mit einer Mappe oder CD, also einem Mehrwert, wieder verlassen und nicht wie früher, das Zusenden des Arztbriefes abwarten müssen“, so Steinlein.

Zuweiserportale 

Auch die Schnittstellen nehmen durch die Einbindung nicht-radiologischer, bildgebender Modalitäten in das PACS stetig zu. Ein entscheidendes Merkmal moderner Systeme und Grundvoraussetzung für eine optimale Prozessunterstützung im Bild- und Befundmanagement ist die Offenheit des Systems in alle Richtungen. Gerade im Hinblick auf Schnittstellen zu Krankenhäusern, Kliniken und Zuweisern zeichnet sich im Rahmen der teleradiologischen Anbindung ab, dass der Zugriff auf die Bild- und Befunddaten über mobile Geräte immer wichtiger wird.  

Obwohl die Cloud bei Zuweiserportalen eigentlich schon im Alltag der Radiologen angekommen ist, sind wir in Deutschland noch nicht so weit, ganze PACS-Systeme über ein Rechenzentrum zu verwalten. „Im Grunde ist es nur eine Frage der Zeit, bis alle datenschutzrechtlichen Bedenken ausgeräumt sind. Dann wird auch die Bereitschaft der Radiologen steigen, die PACS-Systeme nicht mehr bei sich in der Praxis aufzubauen, sondern diese ortsunabhängig in einem Rechenzentrum, also über eine Cloud, zu managen“, sagt der Diplom-Informatiker voraus.

Strukturierte Befundung

Letztendlich werden auch die Entwicklungen in der „Strukturierten Befundung“ Einfluss auf das PACS nehmen, ist sich Steinlein sicher. „PACS-Systeme werden zum Datengeber und -vermittler für strukturierte Befundung. Misst der Radiologe beispielsweise im PACS einen Tumor aus, wird künftig der Wert als Parameter direkt in den Befund übernommen. Der strukturierte Befund, der auf Grund seiner klaren Lesbarkeit ein Qualitätsmerkmal darstellt, wird auch bei Niedergelassenen Einzug erhalten, da er bei den Zuweisern eine hohe Akzeptanz besitzt und daher mittelfristig von diesen eingefordert werden wird.“

Profil: 
Markus Steinlein schloss 2000 sein Studium der Informatik an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule in Nürnberg ab. Zwischen 1999 und 2003 war er Geschäftsführer der WSO Informatik GmbH. Seit 2003 ist er bei der medigration GmbH tätig, zunächst als Softwareentwickler, ab 2010 dann als Leiter der Softwareentwicklung. Seit 2014 ist Steinlein Geschäftsführer im Unternehmen mit Schwerpunkt Softwareentwicklung und Qualitätsmanagement. 

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